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9. - 13. Dezember 2020

Filmstipendium *

Präsentation: Lisbeth Kovacic

Das Filmstipendium des Landes Kärnten, dotiert mit € 3.600.-, wird einmal im Jahr vergeben und ermöglicht es Filmschaffenden im Rahmen eines drei-monatigen Aufenthalts in Villach (Juli bis September) frei und zwanglos an einem Projekt zu arbeiten. Die Stadt Villach stellt dafür Wohn- und Arbeitsplatz zur Verfügung.

2019 ging das Filmstipendium an Lisbeth Kovacic, die die Jury mit einem Kurzfilmprojekt über das Szenario der Grenze zwischen Italien und Österreich in Thörl-Maglern überzeugte. Sie wird uns über den Stand des Projekts informieren, erste Ausschnitte präsentieren und allen Interessierten über ihre Erfahrungen mit dem Filmstipendium Auskunft geben.

SALUTI DAL CONFINE (Arbeitstitel)

etwa 30-minütiger Dokumentarfilm

Die Bundesstraßen-Grenze Thörl-Maglern/Coccau stellt ein Beispiel für den gleichzeitig aufgeladenen Symbolort und heruntergekommenen Nicht-Ort „Grenze“ innerhalb Europas dar. Die ehemaligen Zollgebäude stehen leer und nutzlos herum, genauso wie die vor kurzem aufgestellten Zelte zum „Grenzmanagement“. Vom Wirtschaftsfaktor „Grenze“, der einst Geschäfte mit den Menschen machte, die auf die Zollabfertigung warten und Geld wechseln mussten sind nur noch die italienische Pizza und der Espresso geblieben. Eine Friseurin hat sich in der ehemaligen letzten österreichischen Tankstelle angesiedelt.

Das Verhältnis zwischen den Österreicher_innen und den Italienier_innen ist freundschaftlich, man arbeitet „auf der anderen Seite“ und geht dort essen und einkaufen, man spricht fließend Deutsch und ausreichend Italienisch. Dass aber nur ein paar Kilometer nebenan noch eine Grenze ist, spielt im Alltagsleben der meisten keine Rolle. Erst auf Nachfrage sprechen die Interviewten auch über dieses andere Land, in dem eine Sprache gesprochen wird, die sie nicht verstehen und von dem eine historische Bedrohung ausgegangen ist, die sich langsam in ein Weg-Ignorieren verwandelt. Italien und Österreich scheinen eine Welt zu sein, Slowenien eine andere.

Die dokumentarische Collage erforscht durch Interviews mit Menschen, die sich permanent oder durchgehend in diesem Mikrokosmos aufhalten – Restaurantbetreiber_innen, ehemaligen Verkäufer_innen, einem Geflüchteten, einem ehemaligen Grenzbahnhof-Beamten, einer Slowenisch-Lehrerin – Übergänge, Konflikte, Zukunftsvorstellungen und Nostalgien, die mit diesem Ort zusammenhängen. Ihre Reflexionen werden teilweise fragmentarisch, teilweise ausführlich nebeneinandergestellt und lassen Raum für eigene Überlegungen zur Notwendigkeit oder Nicht-Notwendigkeit von Grenzen.

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