PROGRAMM 1
– SURROUNDING INTIMACY
NOKTURNO
Martina Testen, Simon Šerc | SLO 2026 | 12‘02‘‘
Premiere: ÖSTERREICHPREMIERE

Nokturno ist ein kurzer, atmosphärischer Film, der durch einen mondbeschienenen Wald treibt. Die Kamera gleitet langsam durch schattige Landschaften, die vom Klang nachtaktiver Tiere erfüllt sind. Die schaurigen Rufe der Eulen, das ferne Heulen der Wölfe und die hallenden Schreie von Hirschen und Füchsen verweben sich zu einer dichten, immersiven Klanglandschaft und offenbaren die verborgene Symphonie der Nacht.
Luna
Aurora Ovan | IT 2026 | 15‘
Premiere: ÖSTERREICHPREMIERE

Im dystopischen Jahr 2045 ist die Welt in zwei große Länder geteilt, die sich ständig im Krieg befinden: Natur und Stadt. Luna, eine junge, rebellische angehende Schamanin, will den Hütern der Natur beweisen, dass die Menschen der Stadt sich noch ändern können. Dafür dringt sie illegal in die Stadt ein, um Beweise zu finden. Luna ist ein Sci-Fantasy-Abenteuer über den Unterschied, den jeder Einzelne für die Zukunft unseres Planeten machen kann.
Advice on Life | Ratschläge zum Wohlergehen
Hubert Sielecki | A 2025 | 5‘58‘‘
Premiere: KÄRNTENPREMIERE

Zu hören ist die Stimme seines Großvaters, der ihm gute Tipps fürs Leben gibt. Im Zusammenspiel mit kurzen Ausschnitten aus Kriegen, vor allem Explosionen, erscheinen diese „guten Tipps“ in einem anderen Licht. Angesichts der aktuellen Kriege wirken Text und Bilder sehr aktuell.
Marblemumbles
Anna Vasof | A 2025 | 1‘51‘‘
Premiere: KÄRNTENPREMIERE

„Marblemumbles” ist eine Auseinandersetzung mit urbanem Verfall und der Widerstandskraft der Natur, angesiedelt in einem Marmorsteinbruch. Papierposter von Gebäudefassaden werden auf einen Haufen Marmorsteine aufgebracht und formen eine neue Stadt, die zugleich errichtet und auf rätselhafte Weise zerstört wirkt. Der begleitende Film verstärkt diese Mehrdeutigkeit mit einer Klanglandschaft, die Stadt- und Steinbruchgeräusche mischt.
All Buildings Are Beautiful
Christoph Schwarz | A 2026 | 20‘15‘‘
Premiere: KÄRNTENPREMIERE

Der Abriss der Alten Wirtschaftsuni am Althangrund in Wien könnte der größte Abriss-Neubau des Jahrzehnts in Wien werden. Ein in die Jahre gekommener Universitätskomplex soll einem neuen, nachhaltigen Bildungscampus weichen. Dieser sorglose Umgang mit Bausubstanz und der im Gebäude steckenden grauen Energie steht paradigmatisch für ein Zeitalter, in dem wir trotz einer sich beschleunigenden Klimakrise an Konzepten aus der Vergangenheit festhalten. Um „All Buildings Are Beautiful“ zu drehen hat Christoph Schwarz das letzte Jahr seiner Zugänglichkeit im Gebäude als Zwischennutzer verbracht. Langsame Kamerafahrten machen die Räume erfahrbar, die Off-Stimme von Suse Lichtenberger erzählt von Menschen, die sich für den Erhalt des Gebäudes einsetzen. Wie schon in „Die beste Stadt ist keine Stadt“ (Österr. Kurzfilmpreis 2021) verbindet Christoph Schwarz persönliche Erfahrungen und dokumentarische Spurensuche mit klimabewegter Wachstumskritik zu einem gleichermaßen humorvollen und eindringlichen Filmessay.
Bridge Listener | Poslušalka mostov
Miha Mazzini | SLO 2026 | 20‘
Premiere: WORLD PREMIERE

Hana lebt allein und führt die Familientradition des Gasthauses an der Landstraße weiter, obwohl es niemand mehr braucht, seit der Verkehr auf die Autobahn umgeleitet wurde. Eines Tages bekommt sie einen Gast, eine Frau mit einem Beruf, von dessen Existenz sie nichts wusste. Die Brückenhörerin ist gekommen, um der Autobahnbrücke zu lauschen, doch sie wird alles andere hören, sogar die dunkelsten Geheimnisse.
No One Ever Looked at Elephants as You Do | Nihče ni nikoli gledal slonov kot ti
Sandra Jovanovska | SLO 2026 | 9‘57‘‘
Premiere: ÖSTERREICHPREMIERE

NO ONE EVER LOOKED AT ELEPHANTS AS YOU DO ist ein lyrisches, visuell reiches Animationsgedicht, das die Verwandlung der Mutterschaft in einen reinen, ursprünglichen Seinszustand erforscht. Innerhalb der mechanischen Grenzen des Körpers – Haut, Körperbehaarung, Muttermilch – vollzieht sich eine intime Alchemie. Die Perspektive des Babys, vom Mutterleib bis zu den ersten Schritten, wird zu einer Linse, durch die die Mutter die Welt neu erlebt. Sie ist nicht länger nur eine Frau, sondern wird zur Erdmutter: ein von Magie und roher Biologie aufgeladenes Ökosystem. Nahrung verwandelt sich in Erde, Spielzeug in lebendige Wesen und der Körper in einen Garten. Der Film ist eine Hymne auf die unerklärliche Kraft der organischen Bindung zwischen Mutter und Säugling.