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2024 // Lenia Friedrich

Lenia Friedrich

Motion Designerin mit illustrativem Schwerpunkt
Pixel, Papier, Stimme, Zeit und Stoff sind die Materialien, mit denen sie arbeitet. Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit sind dokumentarische Animationsfilme über Frauen.

Filmografie (Auswahl)

So ist das Leben… und nicht anders
AnimaDok | 13:15 Minuten | 2024

Muttermale
AnimaDok | 8:21 Minuten | 2021 — 2022

Frogs at Midnight
Experimentalvideo | 2 Minuten | 2020

About Duldung
Animation für Objekt-Mapping
am Museumsbahnsteig Oberhausen
1 Minute | 2021

Stipendienprojekt: Objekte als Erinnerungsspeicher

Geplant war ein AnimaDok über die Stimmen der Seniorinnen von Villach und ihre sehr persönlichen Erinnerungs-Objekte. Während meines Aufenthalts in der Stadt weitete ich die Zielgruppe aus, da ich einigen Menschen begegnete, die jüngeren Semesters waren, aber einen neuen und wichtigen Blickwinkel auf das Thema „Erinnerung“ gaben. Wie geplant habe ich ein Audio-Archiv aus den Stimmen der Bewohnerinnen der Stadt erstellen können und deren mitgebrachten Objekte scannen dürfen. Das Erstellen von Bildern unter zu Hilfenahme von KI steht noch an, ist aber auch ortsunabhängig und kann sehr gut in der späteren Verarbeitung
erstellt werden. Wichtig war, einen persönlichen Kontakt zu den Menschen und Vertrauen aufzubauen, um authentische Interviews führen zu können. Das habe ich erfolgreich abschießen können. Da gibt es die sensible 72-jährige Seniorin, die in einem Glas-Schwan ihre Familie wiederfindet. Als siebenfache Mutter und zehnfache Großmutter spricht sie darüber, wie Erinnerungen sie einfach überkommen, ohne zu wissen, was sie auslöst. Wie sie plötzlich von einer Wolke der Erinnerung umhüllt wird und in die Vergangenheit transportiert wird. Es spricht der 77-jährige Künstler, der seine Erinnerungen nicht an Gegenständen haften lässt, sondern in die Zukunft schaut und nie aufhört, kreativ zu erschaffen. Eine geflüchtete Frau aus Gambia ergänzt, dass es in ihrem Land nicht wichtig ist, Gegenstände als Erinnerungsträger aufzubewahren und es nur einige wenige Objekte gibt, die mit Tradition behaftet weitergegeben werden. Insgesamt wurden elf Menschen zu ihren wichtigsten Gegenständen befragt (unter anderem eine Zeugin Jehovas, dem Gründer eines Vereins für Schizophrenie-Betroffene, eine queerfeministische Anarcho-Punk, eine geflüchtete, politisch engagierte Gambierin und viele mehr). Ich führte viele weitere Gespräche mit sehr viel mehr Bewohner*innen, die ich nicht aufgezeichnet habe, aber einen Eindruck bei mir hinterlassen haben. Großer Punkt war auch die Befindlichkeit bezüglich Politik, da die Wahlen bevorstanden und die Covid-19 Pandemie viele Menschen misstrauisch gemacht hatten. Vielfach hörte ich das Wort „Protestwahl“ und nicht wenige schwurbelten mit Verschwörungstheorien herum.

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